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12.09.2007

Vorfahrt für Verbraucher- und Gesundheitsinteressen in der neuen Pestizid-Verordnung 

EP-Umweltausschuss gibt Steilvorlage für Schutz vor gefährlichen Pestiziden

Die Abstimmung des EP-Umweltausschusses ist ein Etappensieg für Verbraucher- und Gesundheitsschutz und stärkt das Vertrauen der Verbraucher in gesunde Lebensmittel. Die Abgeordneten haben fraktionsübergreifend den Ansatz unterstützt, die gefährlichsten Pestizide klar zu verbieten. Dies ist ein Meilenstein für den Gesundheitsschutz in Europa.

Zur heutigen Abstimmung des Europaparlaments zur Verordnung über die Zulassung von Pestiziden erklärt die Europaabgeordnete und Berichterstatterin des EP-Umweltausschusses Hiltrud Breyer MdEP (Bündnis 90/ Die Grünen):

Die Abstimmung des EP-Umweltausschusses ist ein Etappensieg für Verbraucher- und Gesundheitsschutz und stärkt das Vertrauen der Verbraucher in gesunde Lebensmittel. Die Abgeordneten haben fraktionsübergreifend den Ansatz unterstützt, die gefährlichsten Pestizide klar zu verbieten. Dies ist ein Meilenstein für den Gesundheitsschutz in Europa. Krebserregende, erbgut- und fortpflanzungsschädigende Pestizide werden damit in Zukunft nicht mehr auf unserem Teller und in der Umwelt landen. Es ist zu begrüßen, dass sich die Abgeordneten nicht von den Drohgebährden der chemischen Industrie und der Agarwirtschaft haben einschüchtern lassen und auf diesem Verbot bestehen. Das unverantwortliche Bestreben der Industrie, keine Ausschlusskriterien für giftige Stoffe festzulegen ist damit ins Leere gelaufen. Auch neurotoxisch und immunotoxisch wirksame Pestizide sollen nicht mehr zugelassen werden. Dies ist ein unerlässlicher Schritt um sensible Gruppen wie Kinder oder Schwangere besser zu schützen, die besonders durch giftige Pestizide gefährdet sind.

Positiv ist, dass der EP-Umweltausschuss das von der EU-Kommission vorgeschlagene Substitutionsprinzip gestärkt hat. Das Ersetzen gefährlicher Stoffe durch ungefährlichere Alternativen ist eine win-win Situation für alle und trägt in bester Weise dem Verbraucherschutz und dem Wettbewerbsgedanken Rechnung. Hanebüchen ist die Behauptung, dass Substitution zu Nahrungsmittelknappheit führt. Die Substitution wird zum Innovationsmotor für die Industrie und ist ein neues wirksames Verbraucherschutzinstrument.

Auch für die Verbrauchertransparenz hat der EP-Umweltausschuss wesentliche Fortschritte gesetzt. Der Pestizid-Pass für den Groß- und Einzelhandel, das Labelling von Lebensmitteln, die die EU-Grenzwerte für Pestizide für Babys- und Kleinkinder überschreiten und die Offenlegung ökotoxikologischer Daten im Internet stärken das Recht der Verbraucher, sich für gesunde Lebensmittel zu entscheiden.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Steilvorlage des EP-Umweltausschusses vom Plenum des Europaparlaments nicht verwässert wird.